Berufsunfähigkeitsversicherung in Bochum — alles, was du wissen musst.
Die Berufsunfähigkeitsversicherung gehört zu den komplexeren Versicherungsarten — und genau hier werden die teuersten Fehler gemacht. Auf dieser Seite findest du komprimiert alles Wichtige: wann sie leistet, wie hoch sie sein sollte, was die Beiträge bestimmt, welche Fallstricke bei den Gesundheitsfragen lauern, und worauf es bei der Anbieterwahl wirklich ankommt.
Ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung wirklich sinnvoll?
Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist sinnvoll, weil die gesetzliche Erwerbsminderungsrente bei einem durchschnittlichen Neuzugang von 1.041 € im Monat (DRV 2024) in den allermeisten Fällen nicht zum Leben reicht — und weil rund jeder vierte Berufstätige im Laufe seines Lebens berufsunfähig wird.
Berufstätige wird im Laufe seines Lebens berufsunfähig
70,6 %
aller BU-Fälle durch Psyche, Skelett und Krebs (M&M 2025)
Für viele Menschen ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung ein wichtiger Baustein der finanziellen Absicherung. Sie schützt dein Einkommen, wenn du aus gesundheitlichen Gründen langfristig nicht mehr arbeiten kannst.
Trotzdem schieben viele das Thema auf, weil es komplex wirkt. Mit klaren Informationen und objektiver Beratung fällt die Entscheidung deutlich leichter.
Deswegen findest du hier komprimiert die wichtigsten Informationen und Tipps zur Berufsunfähigkeitsversicherung. So bleibst du handlungsfähig und kannst eine gute Entscheidung für dich treffen oder dir kompetente Unterstützung holen.
Es empfiehlt sich, diesen Artikel komplett zu lesen, um ein besseres Verständnis für alle Herausforderungen im Bereich BU zu erhalten.
Anhand der Informationen kannst du auch entscheiden, ob du eine Arbeitskraftabsicherung grundsätzlich als sinnvoll erachtest.
Sektion 2 · Definition
Wann leistet eine Berufsunfähigkeitsversicherung im Ernstfall
Die private BU-Versicherung zahlt die vereinbarte monatliche Rente, wenn du deinen zuletzt ausgeübten Beruf wegen Krankheit, Körperverletzung oder Kräfteverfall zu mindestens 50 % und voraussichtlich auf Dauer (mindestens sechs Monate) nicht mehr ausüben kannst.
Der offizielle Begriff der Berufsunfähigkeit laut §172 Versicherungsvertragsrecht (VVG):
Berufsunfähig ist, wer seinen zuletzt ausgeübten Beruf, so wie er ohne gesundheitliche Beeinträchtigung ausgestaltet war, infolge Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall ganz oder teilweise voraussichtlich auf Dauer nicht mehr ausüben kann. §172 VVG
Übersetzt bedeutet das bei guten Bedingungen konkret:
Die Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt die vorher vereinbarte monatliche Berufsunfähigkeitsrente, wenn du aus gesundheitlichen Gründen (schwere und chronische Krankheiten, Unfallfolgen etc.) für mindestens sechs Monate nur noch die Hälfte deiner Arbeit erledigen kannst und auch dann, wenn kein sinnvolles Arbeitsergebnis mehr möglich ist.
Bei einer privaten BU-Versicherung ist also immer dein zuletzt konkret ausgeübter Beruf versichert, ob du noch einem anderen Beruf nachgehen kannst, ist unerheblich.
Zudem spielen auch deine Ausbildung und Erfahrung, deine Lebensstellung und dein Einkommen eine Rolle.
Sektion 3 · Abgrenzung
Unterschiede zwischen gesetzlicher Erwerbsminderungsrente und privater BU-Versicherung
Die gesetzliche EU-Rente schaut auf den allgemeinen Arbeitsmarkt — du bekommst sie nur, wenn du in irgendeinem Beruf weniger als drei Stunden täglich arbeiten kannst. Die private BU-Versicherung schaut dagegen auf deinen konkreten zuletzt ausgeübten Beruf.
Bei der deutschen Rentenversicherung giltst du hingegen nur dann als erwerbsunfähig, wenn du aufgrund einer geistigen oder körperlichen Beeinträchtigung gar nicht mehr oder nur stark eingeschränkt am allgemeinen Arbeitsmarkt teilnehmen kannst.
Die Betonung liegt hier also auf „dem allgemeinen Arbeitsmarkt", wohingegen die oben beschriebene private BU-Versicherung dein konkretes Berufsbild zugrunde legt.
Im gesetzlichen System interessiert sich also niemand mehr für deinen zuletzt ausgeübten Beruf, deine Ausbildung, dein bisheriges Einkommen, und du kannst auch als Akademiker auf den Job des Parkplatzwächters verwiesen werden.
Der gesetzliche Schutz berücksichtigt also nichts von dem, was du dir schon erarbeitet hast. Daher ist es wirklich schwer überhaupt eine Leistung wegen Erwerbsminderung zu erhalten, da du ja immer auf jeden anderen beliebigen Beruf verwiesen werden kannst.
Begriffe sortiert
Drei Begriffe, ein Sachverhalt
Erwerbsminderung
Gesetzlich · §43 SGB VI
Bezieht sich auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Du musst nahezu jede Tätigkeit nicht mehr ausüben können. Volle EU-Rente nur, wenn du keine 3 Stunden mehr arbeiten kannst — halbe Rente bei 3–6 Stunden.
Berufsunfähigkeit
Privat · §172 VVG
Bezieht sich auf deinen zuletzt ausgeübten Beruf. Du musst zu mindestens 50 % nicht mehr arbeiten können, voraussichtlich auf Dauer. Ausbildung, Erfahrung und Lebensstellung zählen.
Dienstunfähigkeit
Beamte · spezielle DU-Klausel
Für Beamte gilt eine eigene Logik. Eine BU-Versicherung mit echter DU-Klausel akzeptiert die Feststellung des Dienstherrn — ohne erneute Prüfung der Berufsunfähigkeit.
Aber selbst, wenn du es schaffst eine Rente wegen Erwerbsminderung zu bekommen, so ist diese im Schnitt sehr niedrig. Oft reicht diese nicht zum Leben und du rutschst deswegen in die gesetzliche Grundsicherung ab.
Die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente im Rentenzugang 2024 lag laut Rentenatlas 2024 der Deutschen Rentenversicherung bei rund 1.041 € brutto monatlich (Vorjahr: 1.001 €). Die volle Erwerbsminderungsrente kommt im Schnitt auf 1.099 €.
Als voll erwerbsgemindert giltst du zudem nur, wenn du keine 3 Stunden mehr einer beliebigen entgeltpflichtigen Beschäftigung nachgehen kannst.
Wenn du hingegen zwischen 3 und 6 Stunden einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen kannst, dann erhältst du nur noch die halbe Erwerbsminderungsrente.
Stundenstaffel der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente — wer wie viel bekommt.
Wie viele Stunden kannst du noch täglich arbeiten?
Die Stundenstaffel der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente
< 3 htäglich
Volle EU-Rente
unter 3 Stunden täglich
3–6 htäglich
Halbe EU-Rente
3–6 Stunden täglich
> 6 htäglich
Keine EU-Rente
über 6 Stunden täglich
Maßstab: Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt — nicht dein gelernter Beruf.
QUELLE · DEUTSCHE RENTENVERSICHERUNG · § 43 SGB VI
Was das im Leistungsfall konkret für dich bedeuten würde, kannst du deiner eigenen Renteninformation entnehmen.
Hier findest du die Höhe der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente:
Realistischer Nachbau einer DRV-Renteninformation. Werte aus einem typischen Muster-Beispiel — die für die BU-Planung relevanten Beträge sind mit grünem Textmarker hervorgehoben.
So liest du deine Renteninformation
Die zwei Werte, die du im Kopf behalten musst — und die Lücke dazwischen.
Rente wegen voller Erwerbsminderung — wärst du heute voll erwerbsgemindert:
1.051,63 EUR
monatlich · grün markiert in der Renteninfo
Regelaltersrente bei Beiträgen bis 67 (Durchschnitt der letzten 5 Jahre):
Bruttorente vor Steuern und ohne Inflation. Der Krankenversicherungsbeitrag wird zusätzlich abgezogen — der Netto-Betrag, der wirklich auf deinem Konto landet, liegt also noch einmal deutlich darunter.
BEISPIEL · ANONYMISIERT · WERTE AUS MUSTER-RENTENINFORMATION DRV
Den meist recht geringen Betrag musst du sogar halbieren, wenn du weiter in der Lage bist 3–6 Stunden in einem beliebigen Beruf zu arbeiten.
Einen kleinen Lichtblick gibt es jedoch: Aktuell werden in Deutschland mehr volle Erwerbsminderungsrenten ausgezahlt.
Wie kann das sein? Sobald du als Erwerbsminderungsrentner arbeitslos bist, weil ein entsprechender Teilzeitarbeitsplatz fehlt, erhältst du die volle Erwerbsminderungsrente, obwohl du aus medizinischer Sicht nur teilweise erwerbsgemindert bist.
Da diese niedrig qualifizierten Berufe immer weiter verschwinden, gibt es für die ganzen teilweise erwerbsgeminderten Rentner einfach keine passenden Teilzeitarbeitsplätze mehr.
Das ist zwar „kundenfreundlich", allerdings auf sehr niedrigem Niveau. Zur Erinnerung: Die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente liegt ja trotz dieser Regelung bei nur rund 1.041 € mtl. brutto (Rentenzugang 2024).
Wenn du Berufseinsteiger bist, dann fällt die Lücke übrigens noch größer aus. Das liegt an der Wartezeit von fünf Jahren. Du musst nämlich erst 5 Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, bevor du überhaupt einen Anspruch auf Erwerbsminderungsrente (EU-Rente) erhältst.
Drei Phasen der Einkommensabsicherung im Krankheitsfall.
Was passiert bei längerer Krankheit?
Drei Phasen — drei verschiedene Einkommenshöhen. Die Balkenbreite zeigt, wie dein Einkommen Stufe für Stufe sinkt.
Phase 1 · Woche 1–6 · vom Arbeitgeber
100 %
Lohnfortzahlung · Brutto-Gehalt
↓
Phase 2 · bis max. 78 Wochen · Krankenkasse zahlt
~ 70 %
Krankengeld (GKV) · vom Netto
↓
Phase 3 · danach · DRV
1.041 €
EU-Rente · Schnitt Neuzugang 2024
QUELLE · DRV RENTENATLAS 2024 · GKV-SPV
Sektion 4 · Risiken
Welche Erkrankungen führen am häufigsten zur Berufsunfähigkeit?
Die drei häufigsten Ursachen für Berufsunfähigkeit sind laut M&M-Rating 2025 psychische Erkrankungen (35,75 %), Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates (17,85 %) und Krebs (16,96 %) — zusammen verantworten sie rund 70 % aller BU-Fälle.
Viele Ärzte, Akademiker und „Kopfarbeiter" haben das Gefühl, dass eine BU-Absicherung eher für körperlich arbeitende Berufe wichtig ist.
Denn was soll dir als „Büromensch" schon passieren, damit du für einen längeren Zeitraum nicht mehr arbeiten kannst?!
Am besten wirfst du hierfür einen Blick auf die Ursachen und Erkrankungen, die am häufigsten zu einer BU führen.
Hauptursachen für Berufsunfähigkeit — Verteilung aller Leistungsfälle.
Hauptursachen für Berufsunfähigkeit
Verteilung aller BU-Leistungsfälle · M&M Rating 2025
70,6 %aller BU-Fälle entfallen auf nur drei Ursachen
01
Nerven & Psyche35,75 %
02
Skelett & Bewegung17,85 %
03
Krebs & Tumore16,96 %
weitere Ursachen
04
Sonstige Erkrankungen16,32 %
05
Unfälle6,96 %
06
Herz & Gefäße6,16 %
QUELLE · MORGEN & MORGEN · BU-RATING 2025
Zu den drei klar zu identifizierenden Hauptursachen zählen Nervenkrankheiten / psychische Erkrankungen (Depressionen, Burn-out etc.) mit 35,75 %, Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates (Bandscheibenvorfall etc.) mit 17,85 % und Krebs / bösartige Geschwulste mit 16,96 % (Quelle: M&M Rating Berufsunfähigkeit 2025).
Diese drei Erkrankungen allein sorgen statistisch für rund 70 % aller BU-Fälle. Natürlich führen bei körperlichen Berufen (Fliesenleger, Maurer etc.) die Erkrankungen des Skeletts- und Bewegungsapparates grundsätzlich schneller zu einer Berufsunfähigkeit, aber dafür wirken bei akademischen Berufen oft andere Kräfte.
Sitzen ist das neue Rauchen und die digitale Geschwindigkeit und Informationsflut hat so zugenommen, dass mehr Menschen, bei dem Versuch Schritt zu halten, ausbrennen.
Risiken und Lebensgewohnheiten verändern sich mit zunehmendem Alter und sorgen so auch noch mal für kleinere Verschiebungen bei der prozentualen Verteilung.
Hinweis für Ärzte und Pflichtversorgte: Wenn du Mitglied in einem Versorgungswerk bist, läuft die BU-Absicherung anders. Details dazu findest du im Artikel BU-Schutz im Versorgungswerk für Ärzte.
BU-Ursachen im Altersvergleich.
BU-Ursachen nach Altersgruppen
Wie sich die Hauptursachen mit dem Alter verschieben: Psyche wird seltener, Krebs und Skelett holen auf.
bis 40 Jahre
Nervenkrankheiten
39,73 %
Skelett & Bewegung
15,5 %
Krebs
12,3 %
41–50 Jahre
Nervenkrankheiten
35,13 %
Skelett & Bewegung
19,2 %
Krebs
17,5 %
über 50 Jahre
Nervenkrankheiten
29,57 %
Skelett & Bewegung
21,4 %
Krebs
21,8 %
QUELLE · M&M RATING BU 2025 (NERVEN), GESCHÄTZTE WERTE ÜBRIGE
Ab dem 40. Lebensjahr nehmen BU-Fälle durch Nervenkrankheiten / psychische Erkrankungen leicht ab und dafür legen Krebserkrankungen sowie Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparates weiter zu. Konkret: Bei den bis 40-Jährigen liegen Nervenkrankheiten mit 39,73 % vorn, bei den 41- bis 50-Jährigen sind es noch 35,13 %, bei den über 50-Jährigen 29,57 % (M&M 2025).
In den letzten Jahren haben die Zahlen sich deutlich verändert und die häufigsten Erkrankungen betreffen nicht mehr nur die körperlichen Berufe, sondern alle Arbeitnehmer, Beamte und Selbstständige.
Im nächsten Schritt kannst du dein eigenes BU-Risiko auch gerne einmal selbst berechnen.
Du hast die Grundlagen gelesen
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45 Minuten. Anbieterübergreifend. Ohne Verkaufsdruck. Du gehst mit Klarheit raus, nicht mit einem Tarif.
Meist wird bei dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung von den Versicherern und Vertrieblern gleich die Statistik angeführt, dass jeder 4. oder 5. Arbeitnehmer im Laufe seines Lebens mindestens einmal oder dauerhaft berufsunfähig wird.
Das stimmt, aber eben nicht pauschal. Wie bei jeder Statistik lohnt es sich genauer hinzuschauen und dann siehst du, dass aktuell noch die körperlichen Berufe wie Pfleger, Einzelhandelskaufleute, Handwerker etc. und auch einige Beamtengruppen diese Statistiken verzerren.
Die meisten unserer Kunden sind Akademiker und in kaufmännischen Berufen tätig und wenn du nur diese Gruppe betrachtest, dann fällt die Quote mit 12 BU-Fällen pro 100 Versicherten im Schnitt geringer aus.
Die voraussichtliche Eintrittswahrscheinlichkeit hängt neben dem konkret ausgeübten Beruf, aber auch von Faktoren wie BMI, Gesundheitshistorie, Familienstand, Raucherstatus, Hobbys und Alkoholkonsum ab.
Mit dem folgenden Tool kannst du die eigene statistische Eintrittswahrscheinlichkeit selbst berechnen:
Denn wenn von 100 Menschen im günstigen Fall immer noch 12 im Laufe ihres Lebens berufsunfähig werden, die gesetzliche Absicherung nicht ausreicht und die drei Hauptgründe hierfür
psychische Erkrankungen aufgrund von Stress
Erkrankungen des Skelett- und Bewegungsapparats aufgrund des vielen Sitzen und
Krebs aufgrund der Umwelteinflüsse
sind, dann stellt sich die Frage, ob das Risiko nicht immer noch zu hoch ist, um es allein zu tragen.
Du hast jetzt die wichtigsten Fakten im Blick und kannst im Idealfall bereits entscheiden, ob du dieses finanzielle Risiko gegen einen monatlichen Beitrag an einen Versicherer outsourcen möchtest oder dennoch lieber allein tragen willst.
Wenn dir „finanzielles Risiko" noch zu unkonkret ist, dann schaue dir den kommenden Abschnitt genauer an. Hier bekommst du ein besseres Gefühl für die Zahlen.
Sektion 6 · Vermögenswert
Was ist deine Arbeitskraft eigentlich wert?
Wenn du deine Freunde fragst, was deren größter finanzieller Wert ist, dann nennen sie dir vermutlich das eigene Auto, das Haus, die Uhrensammlung oder etwas anderes.
In der Regel sind die genannten Sachen übrigens auch umfassend versichert — hier möchten deine Freunde schließlich nichts riskieren.
Vermutlich kannst du grob abschätzen, welchen Wert sein Auto, das Haus etc. in etwa haben.
Vielleicht sehen die Zahlen in unserem interaktiven Rechner ähnlich aus, eventuell etwas mehr oder weniger. Der Wert der Arbeitskraft lässt sich hingegen sehr einfach und sicher mit dem Rechner bestimmen. Einfach Alter und Bruttoeinkommen angeben und schon siehst du den des Lebensarbeitseinkommens.
Interaktiver Rechner
Was ist deine Arbeitskraft wert?
Stell die Regler auf deine Werte — der Wert deiner Arbeitskraft bis zur Rente berechnet sich sofort.
Wert deiner Arbeitskraft bis zur Rente
799.200 €
1.800 € × 12 × 37 Jahre
Auto
45.000 €
Haus
600.000 €
Arbeitskraft
799.200 €
Vereinfachte Rechnung ohne Gehaltssteigerungen, Inflation oder Zinsen — der reale Wert liegt meist höher.
Ein Beispiel
Dein Freund ist 30 Jahre alt und hat ein Bruttoeinkommen von 45.000 € p.a. Das offizielle Renteneintrittsalter ist aktuell 67 Jahre und daher wird er noch 37 Jahre lang arbeiten.
Demnach beträgt der Wert der Arbeitskraft bis zum 67. Lebensjahr 1.665.000 €. Hierbei sind zukünftige Gehaltssteigerungen nicht mal berücksichtigt.
Es ist bewusst einmal mit dem Brutto- und einmal mit dem Nettoeinkommen gerechnet worden, da es am Ende doch egal ist.
Die Berechnung zeigt dir, welchen Wert deine Arbeitskraft darstellt. Ob brutto oder netto spielt keine Rolle, da die so ermittelte Zahl bei fast jedem höher ist als der Gesamtwert der klassisch genannten Werte (Haus, Auto, Kunst, Schmuck etc.).
In der Regel übersteigt die Summe des zukünftigen Einkommens also den Gesamtwert aller zuvor aufgezählten Dinge (Haus, Auto, Uhrensammlung etc.).
Verrückter Weise denkt trotzdem kaum jemand darüber nach sein Haus oder neues Auto unversichert zu lassen, aber bei der Arbeitskraft schieben viele die Absicherung heraus oder haben das Gefühl nicht handeln zu müssen.
Vielleicht liegt es einfach daran, dass die eigene Arbeitskraft schon immer da war. Jeder denkt, es trifft nur die anderen und die Arbeitskraft besitzt leider kein klassisches Preisschild.
Mit der oben genannten Berechnung kannst du zumindest das Preisschild hinzufügen und vielleicht verändern die hier aufgeführten Informationen ein wenig deinen Blickwinkel.
Dein Einkommen bestimmt fast immer deinen Lebensstil und die Abhängigkeit vom Gehalt kannst du gut auf deinem Konto erkennen.
Die meisten Menschen haben genau einen einzigen Zahlungseingang zu verbuchen — ihr Gehalt.
Dem gegenüber stehen aber zahlreiche Abbuchungen wie Miete, Finanzierungskosten, Tanken, Versicherungen, Kfz-Steuer, Essen, Kinderbetreuungskosten (Schule / Kindergarten), Sparbeiträge, Hobbys, Kleidung, Freizeit, Urlaub, Strom, Gas u. v. m.
Wenn dein einziger Zahlungseingang nun wegfällt oder sich halbiert, dann wirst du ziemlich schnell finanzielle Probleme bekommen.
Viele denken, dann reduziere ich halt meinen Lebensstandard und hole mir eine kleinere Wohnung etc.
Wenn du den Gedanken aber wirklich mal konsequent durchdenkst, merkst du schnell, dass das in der Realität gar nicht so einfach und vor allem kurzfristig umzusetzen ist.
Die größeren Zahlungsverpflichtungen sind nämlich überwiegend mit einer längeren Vertragslaufzeit verbunden. Etwa ein Leasing- oder Finanzierungsvertrag für das Auto, die Immobilienfinanzierung, Versicherungskosten, Handytarife, Kinderbetreuungszeiten etc.
Andere Kosten lassen sich fast gar nicht halbieren. Wenn du zwei Kinder hast, dann wirst du nicht gleich in eine 2,5-Zimmer-Wohnung ziehen wollen. Und auch Nahrungskosten lassen sich als Familie zwar optimieren, aber meist kaum halbieren.
Es lohnt sich, das einfach mal realistisch durchzuspielen, da du so auch ein besseres Gefühl für die von dir benötigte Rentenhöhe bekommst.
Sektion 7 · Bedarfsermittlung
Wie hoch sollte die Berufsunfähigkeitsrente versichert werden?
Eine pauschale 70-Prozent-vom-Netto-Formel hilft selten weiter. Sinnvoller ist eine individuelle Einnahmen-Überschuss-Rechnung — plus ein Aufschlag für die spätere Altersvorsorge, da im Leistungsfall die gesetzliche Altersrente erheblich sinkt.
Das hängt von so vielen Variablen ab, dass die pauschalen Formeln selten hilfreich sind. Besonders hartnäckig hält sich die Empfehlung, dass die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente 70 % des letzten Nettoarbeitslohns betragen soll.
In unseren Augen ist das eine „one size fits all" Formel, mit der keinem wirklich geholfen ist.
Wenn du zum Beispiel 3.300 € netto verdienst, aber nur 1.900 € Fixkosten im Monat hast, warum solltest du dann 70 % deines Einkommens über eine Berufsunfähigkeitsversicherung absichern?
Selbst wenn du in einigen Jahren einen höheren finanziellen Bedarf hast, dann kannst du über eine Beitragsdynamik (laufend) oder eine Nachversicherungsgarantie (einmalig zu bestimmten Ereignissen) die Berufsunfähigkeitsrente meist noch ohne erneute Gesundheitsprüfung nach oben anpassen.
Wenn du hingegen jetzt schon merkst, dass durch Familie, Immobilieneigentum, Konsum oder andere Zahlungsverpflichtungen am Ende des Monats wenig oder nichts von deinem Gehalt überbleibt, dann ist es sinnvoll von Beginn an eine möglichst hohe BU-Rente zu wählen.
Es geht daher immer um eine persönliche Einnahmen-Überschuss-Rechnung und eine individuelle Betrachtung deiner finanziellen Situation.
Bei der Überprüfung von bereits bestehenden BU-Verträgen sehen wir übrigens am häufigsten eine Berufsunfähigkeitsrente von 1.000 € monatlich. Insbesondere die klassischen 3 und 4 Buchstaben Vertriebe haben diese Rentenhöhe immer gerne pauschal vermittelt.
Selbstverständlich sind 1.000 € BU-Rente besser als keine BU-Rente, aber eine bedarfsgerechte Absicherung sieht dennoch anders aus.
Unser Ziel ist daher immer, dass der Versicherungsschutz deine individuelle Situation und deinen persönlichen Bedarf berücksichtigt. Nur so erhältst du im Leistungsfall eine finanzielle Unterstützung, die dir auch wirklich weiter hilft.
Viele vergessen bei der Bestimmung der Berufsunfähigkeitsrente auch, dass eine Erwerbsminderung automatisch zu einer deutlichen Reduzierung der gesetzlichen Altersrente führt.
Mit dem Geld aus der BU-Versicherung musst du also deine laufenden und zukünftigen Kosten decken können. Gleichzeitig gilt es, einen zusätzlichen Betrag für die Aufstockung der privaten Altersvorsorge einzuplanen.
Schaue dir dazu den folgenden Abschnitt an.
Dein nächster Schritt
Du willst deine individuelle Rentenhöhe sauber ermitteln lassen?
Bei Erwerbsminderung zahlst du keine Beiträge mehr in die gesetzliche Rentenversicherung ein — deine spätere Altersrente reduziert sich entsprechend deutlich. Im typischen Beispiel von 2.324 € auf nur noch 1.052 € monatlich.
Wenn du für dich die richtige Rentenhöhe bestimmen möchtest, dann ist es wichtig zu wissen, dass eine Erwerbsminderung zu einer deutlichen Reduzierung der gesetzlichen Altersrentenansprüche führt.
Die ausgewiesene Altersrente aus der Renteninformation bekommst du nur, wenn du bis zum 67. Lebensjahr durcharbeitest und auch zukünftig Beiträge im Durchschnitt der letzten 5 Jahre von dir und deinem Arbeitgeber gezahlt werden.
Bei einer Erwerbsminderung zahlst du aber keine Beiträge mehr in das gesetzliche Rentensystem ein und deswegen wird später deine Erwerbsminderungsrente in eine Altersrente umgewandelt und fällt entsprechend geringer aus.
Für die, die's ganz genau nehmen: Wenn du in der Zeit zwischendurch kurz Sozialleistungen beziehst, dann steigt dadurch deine gesetzliche Altersrente auf Antrag zwar minimal an, aber auch 40 € mtl. mehr verändern kaum etwas und die Lücke bleibt weiter riesig.
Damit du dir das besser vorstellen kannst, schauen wir uns gemeinsam die Renteninformation an.
Auswirkungen einer Erwerbsminderung auf die spätere Altersrente.
Erwerbsminderung kostet auch deine Altersrente
Was passiert mit der gesetzlichen Altersrente, wenn du frühzeitig ausscheidest?
Szenario A
Beiträge bis 67
2.324 €
Altersrente monatlich · Beispiel-Renteninfo
↓Erwerbsminderung · −54,8 %
Szenario B
EM-Rente bis 67
fehlt · keine Beiträge mehr
1.051 €
Altersrente monatlich · bei Wegfall der Beiträge
1.272 €Brutto-Differenz monatlich. Diese Lücke muss zusätzlich zur BU-Rente abgesichert werden, sonst droht im Alter Grundsicherung.
In dem Beispiel fehlen dir durch die zukünftig ausbleibenden Beiträge zur gesetzlichen Altersrente im Rentenalter voraussichtlich 1.272,48 € monatlich gegenüber deiner ursprünglich prognostizierten gesetzlichen Altersrente von 2.324,11 €.
Wenn du eine BU-Versicherung abgeschlossen hast, dann geht es dir in der Leistungsphase gut, aber als Altersrentner hast du weiterhin ein Problem.
Denn angenommen, du sorgst mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung von 2.000 € vor und wirst zum Leistungsfall. Es läuft optimal und du bekommst die versicherte BU-Rente und auch die volle Erwerbsminderungsrente aus dem Beispiel von 1.051,63 €.
Wir gehen weiter von dem Idealfall aus und du hast die Höhe der Berufsunfähigkeitsrente damals sauber ermittelt. Künftig verfügst du also durch die BU-Rente und die Erwerbsminderungsrente über ein ausreichendes Einkommen.
Im Idealfall: BU-Rente und gesetzliche EM-Rente ergänzen sich.
BU-Rente bis 67 — wie der Idealfall aussieht
Im Leistungsfall: BU-Rente + gesetzliche EM-Rente ergänzen sich.
30 J.
Vertragsbeginn
40 J.
Leistungsfall
BU-Rente2.000 € / Monat
+ EU-Rente1.052 € / Monat
Σ Einkommen gesichertrund 3.052 €
67 J.
Renteneintritt — die BU-Rente endet
Annahme: Leistungsfall mit 40 Jahren, BU-Rente bis Endalter 67.
Das Problem ist nur, dass deine BU-Rente in der Regel nicht lebenslang gezahlt wird, sondern mit dem 67. Lebensjahr endet.
Du kannst auch eine kürzere Leistungsdauer vereinbaren, allerdings wird sich das folgende Problem dadurch noch weiter verschärfen.
Übergang von der BU-Rente in die gesetzliche Altersrente — der Bruch mit 67.
Mit 67 endet die BU-Rente — und die Klippe kommt
Aus 3.052 € werden 1.051 €. Eine Reduktion um zwei Drittel.
Bis 67. Geburtstag · BU-Versicherung zahlt
3.052 €
BU-Rente + EU-Rente monatlich
↓
−2.001 €
−65,6 %
Ab 67. Geburtstag · nur noch DRV
1.051 €
Gesetzliche Altersrente
DAHER · ZUSÄTZLICHE PRIVATE ALTERSVORSORGE IM LEISTUNGSFALL ENTSCHEIDEND
Mit 67 Jahren fällst du also vom gut situiertem BU-Rentner auf Grundsicherung zurück. Daher ist es wichtig, dass du deine Berufsunfähigkeitsrente ausreichend hoch ansetzt, damit du im Leistungsfall zusätzliches Kapital für das Alter ansparen kannst. Die Reduzierung der gesetzlichen Altersrente ist schließlich brutal.
Mit 67 Jahren fällst du von 3.051 € auf nur noch 1.051 € mtl. Altersrente zurück. Hierauf zahlst du je nach zukünftiger Steuergesetzgebung vermutlich noch ein wenig Steuern und auch dein Krankenversicherungsbeitrag muss davon bezahlt werden.
Von dem Rest musst du dann deine kompletten persönlichen Lebenskosten wie Miete, Telefon, Heizung, Strom, Kleidung, Urlaubsgeld etc. bezahlen. Bei all diesen Zahlen haben wir die Auswirkungen der Inflation und Steuern nicht mal berücksichtigt.
Aber auch ohne Berücksichtigung der Inflation und ohne deine konkreten Zahlen genau zu kennen, merkst du schnell, dass dies eine kaum lösbare Aufgabe sein wird.
Daher ist es wichtig, bei der Höhe der BU-Absicherung nicht nur die laufenden Kosten zu berücksichtigen, sondern auch einen höheren monatlichen Zusatzbeitrag für deine private Altersvorsorge einzuplanen.
Nur so kannst du die geringe gesetzliche Versorgung später mit eigenem Vermögen aufbessern und dir finanziell mehr Luft verschaffen.
Sektion 9 · Beitragslogik
Was kostet eine BU-Versicherung?
Die Beiträge variieren stark nach Alter, Beruf, Gesundheit, Raucherstatus und gewünschter Rentenhöhe. Bei jungen Akademikern liegt der Zahlbeitrag typischerweise zwischen 50 und 150 € monatlich, bei körperlichen Berufen oder älteren Antragstellern deutlich darüber.
Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung variieren stark und sind vom Alter, vom ausgeübten Beruf, Hobbys, Raucherstatus, von der Rentenhöhe, der Leistungsdauer, der eingeschlossenen Leistungsoptionen und der Bedingungsqualität des Anbieters abhängig. Mehr zur Beitragsmechanik findest du im Detail-Artikel zum Unterschied zwischen Tarifbeitrag und Zahlbeitrag.
Aus diesem Grunde lässt sich keine allgemeingültige Aussage treffen. Einigen Kunden erscheint die Prämie zur Berufsunfähigkeitsversicherung im ersten Moment dennoch eher hoch.
In dem Moment lohnt es sich dann noch mal die Leistungsseite dagegenzustellen.
Das maximale finanzielle Risiko des Versicherers (Abschluss BU und direkt Leistungsfall bis zum Ende der Leistungsdauer) ist einfach sehr hoch.
Bei einem 30-Jährigen mit einer monatlichen Berufsunfähigkeitsrente von 2.000 € mtl. und einer Leistungsdauer bis Endalter 67 sprechen wir immerhin von einer Gesamtsumme von 888.000 €, und zwar ohne Berücksichtigung jeglicher Rentensteigerungen.
888.000 €
maximales Leistungsversprechen im Beispiel — 2.000 € × 12 Monate × 37 Jahre, ohne Rentensteigerungen
Und es gibt noch einen zweiten Grund:
Die Höhe der Versicherungsprämie spiegelt immer auch die Höhe der Eintrittswahrscheinlichkeit wider.
Oben hast du gesehen, dass die statistische Wahrscheinlichkeit durch Krankheit oder Unfall zu einem Leistungsfall zu werden recht hoch ist.
Zusätzlich ist das maximale finanzielle Risiko für den Versicherer sehr hoch.
Bei Vertragsbeginn hat der Versicherer das höchste finanzielle Risiko, da die BU-Rente ja im Worst-Case-Szenario am längsten gezahlt werden müsste.
Mit zunehmender Vertragslaufzeit reduziert sich dieses zwar, dafür steigt aber im direkten Gegenzug die Eintrittswahrscheinlichkeit, da die versicherte Person immer älter wird.
Aus diesem Grunde kann die Höhe der BU-Prämie nicht sehr niedrig ausfallen.
Wenn du dennoch weiter mit der Prämienhöhe haderst, dann lohnt sich manchmal auch einfach ein Perspektivenwechsel.
Gedankenexperiment · Perspektivwechsel
Angenommen dein Freund macht dir folgendes Angebot: Ab dem kommenden Monat zahlt er dir 85 € monatlich und wenn er seinen Job nicht mehr zu 50 % ausüben kann (berufsunfähig), zahlst du ihm eine Rente von 2.000 € monatlich, und zwar im schlechtesten Fall für die nächsten 35 Jahre.
Würdest du sagen, das ist ein fairer Deal und das mache ich? Vermutlich würde niemand dieses Angebot annehmen, da das Risiko einfach zu hoch und die Prämie zu gering ist.
Versicherer können das auch nur abbilden, da diese über große Versichertenkollektive verfügen und so eine statistische Eintrittswahrscheinlichkeit berechnen können.
Wenn dir deine eigene BU-Prämie also etwas zu hoch erscheinen sollte, dann wechsle doch ruhig mal die Perspektive und vielleicht relativiert sich diese dann auch wieder.
Deine individuelle Berufsunfähigkeitsprämie kannst du im nächsten Abschnitt selbst online berechnen.
Was in dem Zusammenhang Tarifbeitrag bzw. Bruttobeitrag und Zahlbeitrag bzw. Nettobeitrag bedeutet, kannst du hier nachlesen.
Wichtig zum Vergleichsrechner: Der Tarifvergleich ersetzt keine Beratung. Versicherer entscheiden bei identischen Gesundheitsdaten völlig unterschiedlich — wie der nächste Abschnitt zeigt.
Sektion 11 · Anbieterwahl
Finanztest, Ratings — und worauf es wirklich ankommt
Es gibt leider zahlreiche Rating-Siegel, welche in unseren Augen kaum Aussagekraft besitzen.
Beim BU-Rating 2025 von Franke & Bornberg vergeben die Hannoveraner die Höchstnote FFF+ noch an 34,71 % aller Tarife — im Vorjahr waren es 56,91 %. Zusammen mit der zweitbesten Note FFF liegen rund 70 % der Tarife im Spitzenfeld. Trotzdem sind die Bedingungen im Kleingedruckten völlig unterschiedlich. Bei Morgen & Morgen erhielten 2025 vergleichbar viele Tarife 5 Sterne.
Bei einem Crashtest würde keiner auf die Idee kommen, einem Volvo und einem Fiat Panda das gleiche Rating zu geben, obwohl die Insassen bei einem Schadensfall völlig unterschiedlichen Risiken ausgesetzt sind — in der Welt der BU-Produktratings kann dies aber sehr wohl passieren.
Dazu haben in der Vergangenheit die Testberichte von Stiftung Warentest und Ökotest zahlreiche Schwächen aufgewiesen und die Testnoten und Empfehlungen haben bei Fachleuten häufig für Kopfschütteln gesorgt. Eine detaillierte Einordnung der wichtigsten BU-Testberichte und Ratings findest du im separaten Artikel.
Es ist daher recht schwer eine gute Produktauswahl zu treffen, denn woran sollst du dich orientieren, wenn Ratings wenig Aussagekraft besitzen und die Testberichte in „Fachzeitungen" ebenfalls wenig verlässlich sind? Gefühlt bleibt dann nur noch der Preis als einzig messbares Kriterium. Die echte Streuung der Versicherer-Antworten bei identischen Gesundheitsdaten siehst du an konkreten Beispielen auf unserer Beratungsseite zur BU-Versicherung.
Ein reiner Preisvergleich berücksichtigt aber wiederum nicht die Qualität des angebotenen Produktes / Versicherungsschutzes.
01
Kundenfreundliche und rechtssichere Vertragsbedingungen
Auch wenn die Ratings die Produkte gleich aussehen lassen, so gibt es doch unglaublich viele und auch große Unterschiede im Kleingedruckten.
Die Bedingungen sind also nicht genormt, sondern je nach Unternehmen und selbst je nach Jahrgang vollkommen unterschiedlich. Nur weil ein Unternehmen heute ein gutes Produkt hat, bedeutet es nicht automatisch, dass dein fünf Jahre alter Vertrag ebenfalls ein gutes Vertragswerk hat und umgekehrt.
02
Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
Das ist aber nicht automatisch der Anbieter mit dem günstigsten Monatsbeitrag. Ein Versicherer, welcher in den Bedingungen mehr Möglichkeiten hat, Leistungen abzulehnen, kann selbstverständlich auch günstiger kalkulieren.
Deswegen bringt dir ein reiner Preisvergleich auch keinen echten Mehrwert.
03
Eine nachhaltige Beitragskalkulation
Dein statistisches BU-Risiko ist immer gleich hoch, und zwar unabhängig davon, ob du bei Anbieter A oder B versichert bist.
Wenn ein Anbieter sein Produkt also, trotz guter Bedingungen, deutlich günstiger bepreist als der Gesamtmarkt, dann erscheint das auf den ersten Blick zwar attraktiv, aber sollte dir dennoch zu denken geben. Denn damit die Rechnung langfristig aufgeht, müssen entweder weniger Kunden als der statistische Durchschnitt berufsunfähig werden — oder der Versicherer versucht, mit mehr Leistungsablehnungen die Kosten in den Griff zu bekommen.
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Gute Unternehmenskennzahlen
Es handelt sich schließlich um ein langfristiges Zahlungsversprechen. Aus diesem Grund sollte es deinen Produktgeber auch noch in 40 Jahren geben.
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Faire und passende Gesundheitsfragen im Antrag
Die Gesundheitsfragen sind bei der Antragsstellung zur Berufsunfähigkeitsversicherung von zentraler Bedeutung. Je nach Fragestellung des BU-Versicherers musst du mal mehr und mal weniger Gesundheitsdaten aus der Vergangenheit offenlegen.
In dem folgenden Abschnitt erfährst du, warum die richtige Beantwortung der Gesundheitsfragen so wichtig ist und welche Fehler hier oft gemacht werden.
Fünf Dimensionen, die eine gute BU-Versicherung auszeichnet.
Worauf es bei einer guten BU wirklich ankommt
Fünf Dimensionen — Ratings allein bilden sie nicht vollständig ab.
01Kundenfreundliche Bedingungen
02Gutes Preis-Leistungs-Verhältnis
03Nachhaltige Beitragskalkulation
04Solide Unternehmenskennzahlen
05Faire passende Gesundheitsfragen
Der Beweis aus der Praxis
Gleiche Daten. Fünf Versicherer. Fünf Antworten.
Wir reichen für unsere Mandanten anonymisierte Risikovoranfragen ein — exakt dieselben Daten, bei mehreren Gesellschaften gleichzeitig. So sieht das Ergebnis typischerweise aus:
Hättest du den Antrag bei Versicherer E zuerst gestellt — die Ablehnung wäre für die nächsten Jahre dein Begleiter bei jeder weiteren Anfrage gewesen. Deshalb ist die Reihenfolge wichtiger als der Preis.
Sektion 12 · Antragsstellung
Warum die Gesundheitsfragen so wichtig sind — und fast immer falsch beantwortet werden
Falsche oder unvollständige Angaben können dich im Leistungsfall den Versicherungsschutz kosten (§ 19 VVG). In der Altersgruppe 17–35 ist die Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht mit knapp 47 % der Hauptgrund für Leistungsablehnungen.
Das Wichtigste zum Schluss — die Beantwortung der Gesundheitsfragen. Hier werden die meisten Fehler gemacht und leider wiegen diese besonders schwer.
Bei den einzelnen Gesellschaften unterscheiden sich die Gesundheitsfragen in der BU-Versicherung deutlich voneinander.
Je nach Wortlaut und auch nach Abfragezeitraum kann die Wahl des richtigen Berufsunfähigkeitsantrags daher ebenso darüber entscheiden, ob du grundsätzlich Versicherungsschutz bekommst oder nicht.
Wie groß diese Unterschiede sind, zeigt am besten ein direkter Vergleich dreier aktueller Originalanträge: AXA (Stand 04/2025), Alte Leipziger (Stand 03/2026) und Volkswohl Bund (Stand 01/2026). Schon die Einstiegsfrage ist bei jedem anders formuliert — und genau das entscheidet im Zweifel über deinen Schutz.
Original-Antrag · Stand 04/2025AXA · 21009350 (04.25)
Frage 2 · Krankheiten/Unfallfolgen · letzte 5 Jahre
Sind oder waren Sie in den letzten 5 Jahren in Beratung, Behandlung oder Untersuchung bei Ärzten, Heilpraktikern, Physio-, Psycho- oder sonstigen nichtärztlichen Therapeuten wegen Krankheiten oder Unfallfolgen:
a) des Herzens, des Kreislaufs oder der Blutgefäße (z. B. erhöhter Blutdruck, Schmerzen in der Herzgegend, Migräne, Herzfehler, Herzinfarkt, Herzkranzgefäße, Durchblutungsstörungen, Venenleiden)?
b) der Atmungsorgane (z. B. chronische Bronchitis, Asthma, Lungenentzündung, Kehlkopferkrankung)?
c) des Magens, der Speiseröhre, des Darms, der Leber, der Bauchspeicheldrüse, der Galle, der Milz (z. B. Magengeschwür, Entzündungen, erhöhte Leberwerte)?
d) der Nieren und Harnwege, der Blase, der Geschlechtsorgane, der Prostata, der Brust (z. B. Steinleiden, Zysten, Entzündungen)?
e) des Stoffwechsels, der Schilddrüse (z. B. Diabetes/Zucker, erhöhter Blutzucker, erhöhtes Cholesterin, Gicht)?
f) des Blutes oder Tumorerkrankungen (z. B. Anämie, Leukämie, Krebs, Lymphknoten)?
g) Bindegewebs- oder entzündliche Gelenkserkrankungen (z. B. Rheumatismus, Arthritis, Bechterew, Leistenbruch)?
i) der Psyche, des Gehirns, des Nervensystems (z. B. Depressionen, Neurosen, Persönlichkeitsstörungen, Psychotherapien, Bulimie, Essstörungen, Suizidversuch, Multiple Sklerose, Anfallsleiden, Lähmungen, wiederholte Schlaf- und Konzentrationsstörungen, Unruhe oder Taubheitsgefühle, Erschöpfungs- oder Schmerzzustände)?
j) der Augen (z. B. Sehstörungen, grauer oder grüner Star, Blindheit)?
k) der Ohren/Sinnesorgane (z. B. Ohrengeräusche, Hörsturz, vermindertes Hörvermögen, verminderter Geschmacks- oder Geruchssinn)?
l) des Rückens, der Wirbelsäule und Bandscheiben (z. B. Skoliose, HWS-/BWS-/LWS-Syndrom, Rücken-/Nackenschmerzen, Lumbago, Hexenschuss, Bandscheibenvorfall, Ischias)?
m) des Bewegungsapparates, der Knochen, Gelenke, Muskeln, Bänder und Sehnen (z. B. Bewegungseinschränkungen, Schmerzen, Bänder- oder Meniskusschäden)?
n) der Haut oder Allergien (z. B. Ekzem, Neurodermitis, Heuschnupfen, Hausstaub-/Medikamenten-/Insektenallergie)?
o) aufgrund des Konsums von Alkohol, Nikotin, Drogen oder Medikamenten (z. B. Beratung, Behandlung wegen Alkohol-, Drogen- oder Betäubungsmittelkonsums, medizinisch-psychologische Untersuchung)?
Frage 3 · stationär · letzte 10 Jahre
Wurden Sie in den letzten 10 Jahren stationär aufgenommen oder wurden — auch ambulante — Operationen, Kuren/Reha-Maßnahmen, Entzugsbehandlungen, Strahlen- oder Chemotherapien durchgeführt?
Frage 4 · Medikamente · letzte 5 Jahre
Haben Sie in den letzten 5 Jahren länger als 2 Wochen am Stück Medikamente eingenommen?
Alles im 5-Jahres-Block, inkl. Psyche (Frage 2i) — keine separate Frage nach Beschwerden ohne Arztbesuch. Erfasst auch Corona/COVID-19. Stationär 10 Jahre, Medikamente ab 2 Wochen am Stück, Raucherstatus über das Technikblatt.
AXA — Wörtlich aus der „Erklärung zur Gesundheit & finanziellen Situation" 04/2025 (gilt auch für DBV).
Original-Antrag · Stand 03/2026Alte Leipziger · pav 011
Frage 1 · ambulant 3 Jahre + Beschwerden 3 Monate
Sind Sie in den letzten 3 Jahren wegen Krankheiten oder Beschwerden von Ärzten, Psychologen, Heilpraktikern, Therapeuten (Osteopathen, Physiotherapeuten, Krankengymnasten) oder anderen nichtärztlichen Therapeuten untersucht, beraten oder behandelt worden, oder bestehen oder bestanden in den letzten 3 Monaten vor Antragstellung Krankheiten oder Beschwerden ohne einen Arzt [...] aufzusuchen, hinsichtlich:
1.1 der Atmungsorgane (auch Nasennebenhöhlenerkrankung, Heuschnupfen, Allergie, Kehlkopf-, Rippenfellerkrankung, Schlafapnoe)?
1.2 des Herzens oder der Kreislauforgane/Gefäße (auch Bluthochdruck [Werte größer 140/90 mmHg], Krampfadern, Thrombose, Arteriosklerose, Durchblutungsstörungen, Lymphödem, Brustschmerzen bei körperlicher Anstrengung)?
1.3 der Nieren, der Harnwege (auch Blut oder Eiweiß im Urin) oder der Geschlechtsorgane (auch Brustdrüsen, Prostata; auch Schwangerschaftskomplikationen)?
1.4 der Verdauungsorgane (auch Speiseröhre, Bauchspeicheldrüse, Gallenblase, Leber; auch Sodbrennen, Magenschmerzen [mehr als 6-mal im Jahr oder länger als 48 Stunden], Blut im Stuhl)?
1.5 des Stoffwechsels (auch Diabetes, Cholesterin-, Triglycerid-, Harnsäureerhöhung)?
1.6 der Augen (auch Doppelbilder, Gesichtsfeldeinschränkung, Laserbehandlung)?
1.7 der Ohren (auch Schwindelzustände, Ohrgeräusche [Tinnitus])?
1.8 des Rückens oder Nackens (auch Wirbelsäulen-, Bandscheibenschaden, Rückenschmerzen [mehr als 2-mal im Jahr oder länger als 48 Stunden], Schleudertrauma, Ischias, Cervicobrachialgie)?
1.9 der Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder (auch Meniskusschaden, Gicht, Rheuma, Gelenkschmerzen [mehr als 2-mal im Jahr oder länger als 48 Stunden], Fibromyalgie)?
1.10 der Haut (auch Allergie)?
1.11 der Drüsen (auch Schilddrüse; auch Hormonstörung), der Milz oder des Blutes (auch Gerinnungsstörungen)?
1.12 des Gehirns (auch Migräne, Kopfschmerzen [mehr als 12-mal im Jahr oder länger als 48 Stunden], Demenz) oder der Nerven (auch Epilepsie, Lähmung, Multiple Sklerose)?
1.13 Infektionskrankheiten (länger als 3 Wochen oder mehr als 3-mal im Jahr)?
1.14 gutartige Tumore?
Frage 2 · Psyche · letzte 5 Jahre
Bestehen oder bestanden in den letzten 5 Jahren Krankheiten der Psyche (auch Angststörung, Essstörung, Schlafstörungen [mehr als 5-mal im Monat], Erschöpfungszustände, Aufmerksamkeitsdefizitsyndrom, Selbsttötungsversuch)?
Frage 8 · stationär · letzte 10 Jahre / nächste 2 Jahre
Wurden Sie in den letzten 10 Jahren stationär untersucht oder behandelt (auch Kuren, Reha-, Entzugsbehandlungen, Operationen, Strahlen-, Chemotherapie) bzw. ist eine solche Untersuchung/Behandlung ärztlicherseits in den nächsten 2 Jahren vorgesehen oder empfohlen?
Ambulant 3 Jahre — dafür fragt die AL zusätzlich Beschwerden über 3 Monate ab. Psyche 5 Jahre, Medikamente/Alkohol/Drogen 5 Jahre, Arbeitsunfähigkeit über 3 Wochen in 5 Jahren, HIV/Krebs unbefristet (9.1, 9.2), Raucherstatus 12 Monate (Frage 13).
Alte Leipziger — Wörtlich aus dem Antrag pav 011, Stand 03/2026.
Original-Antrag · Stand 01/2026Volkswohl Bund · SBU
Frage 2 · gestaffelt 5 Jahre / 3 Jahre
Wurden Sie in den nachfolgend genannten Zeiträumen wegen Erkrankungen oder Beschwerden ärztlich oder therapeutisch beraten, untersucht oder behandelt?
In den letzten 5 Jahren hinsichtlich:
A) Verdauungstrakt, anderer Bauchorgane
B) Gehirn, Nerven, Psyche (Depressionen, Ängste, Essstörungen, Schlafstörungen), Lernschwierigkeiten oder Entwicklungsstörungen
Wurden Sie in den letzten 10 Jahren operiert oder stationär behandelt (auch Kuren, Reha-, Entzugsbehandlungen, Strahlen-, Chemotherapie) oder ist ein stationärer Aufenthalt angeraten oder geplant?
Frage 4 · Dauerzustand · ohne Behandlung
Sind Sie dauerhaft körperlich oder geistig beeinträchtigt, ohne diesbezüglich ärztlich oder therapeutisch behandelt zu werden (z. B. angeborene Behinderungen, Folgen von Operationen oder Unfällen)?
Der feine Unterschied: gefragt wird nur nach Behandlungen, derentwegen du beim Arzt/Therapeuten warst — keine separate Frage nach Beschwerden ohne Arztbesuch. Stationär 10 Jahre, Raucherstatus 12 Monate.
Volkswohl Bund — Wörtlich aus dem Antrag SBU, Stand 01/2026.
Abfragezeiträume im direkten Vergleich
Kriterium
AXA
Alte Leipziger
Volkswohl Bund
Ambulante Behandlungen
5 Jahre
3 Jahre
3–5 Jahre gestaffelt
Psyche
5 Jahre
5 Jahre
5 Jahre
Beschwerden ohne Arztbesuch
nein
ja · 3 Monate
nein
Stationäre Behandlungen
10 Jahre
10 Jahre
10 Jahre
Medikamente / Drogen
5 Jahre
5 Jahre
5 Jahre
Raucherstatus
ja
ja
ja
Verbatim aus den Originalanträgen: AXA 04/2025 (21009350), Alte Leipziger 03/2026 (pav 011), Volkswohl Bund 01/2026 (SBU). Maßgeblich ist immer der vollständige Antragswortlaut.
Gleiches Risiko, drei verschiedene Maßstäbe — der Abfragezeitraum entscheidet, was du angeben musst.
Der entscheidende Unterschied steckt weniger in den Jahreszahlen als in einem einzigen Wort: „Beschwerden". AXA und Volkswohl Bund fragen ausschließlich nach Behandlungen, derentwegen du tatsächlich bei einem Arzt oder Therapeuten warst. Die Alte Leipziger fragt zusätzlich nach Beschwerden, mit denen du nie eine Praxis betreten hast — dafür aber nur über drei Monate.
Für jemanden mit gelegentlichen Rückenschmerzen ohne Arztbesuch kann genau dieser Punkt darüber entscheiden, ob der Antrag glatt durchläuft. Aber: Wer mit 35 noch nie länger als zwei Wochen ein Medikament am Stück genommen hat, ist bei AXA besser aufgehoben als jemand mit einer fünfjährigen Reflux-Therapie. Es gibt also nicht „den besten Antrag", sondern nur den, der am besten zu deiner persönlichen Gesundheitshistorie passt. Genau das prüfen wir vorab über eine anonyme Risikovoranfrage.
TIPP: Es kann sein, dass dir ein Finanzberater oder Versicherungsvertreter gesagt hat, dass diverse Vorerkrankungen nicht angegeben werden müssen. Das ist schlichtweg falsch und kann dich im Leistungsfall im schlimmsten Fall sogar den Versicherungsschutz (siehe § 19 VVG) kosten.
In jedem Antrag steht ein Hinweis auf die Folgen der vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung § 19 VVG und im optimalen Fall sieht dies dann so oder ähnlich aus:
§ 19 VVG · Mustertext der Belehrung
Wenn Sie vorvertragliche Anzeigepflichten verletzt haben, kann dies — je nach Grad des Verschuldens — dazu führen, dass wir den Vertrag kündigen, anfechten oder den Versicherungsschutz im Leistungsfall versagen. Bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit kann der Versicherer auch innerhalb der ersten zehn Jahre nach Vertragsschluss vom Vertrag zurücktreten.
Konsequenz im schlimmsten Fall: Beiträge wurden gezahlt, im Leistungsfall verweigert der Versicherer die Leistung.
Sinngemäße Wiedergabe der Musterbelehrung zur Anzeigepflicht nach § 19 VVG.
Wenn du also von einem „Fachmann" den Rat bekommst, dass du Erkrankungen nicht anzugeben brauchst, dann weißt du, dass dein Berater entweder keine Ahnung hat oder es schlichtweg nicht gut mit dir meint.
Riskiere hier nichts, sei ehrlich und genau. Um auf der sicheren Seite zu sein, forderst du am besten bei deiner Krankenversicherung die Behandlungsdaten der letzten fünf Jahre an. Da die Daten der gesetzlichen Krankenkassen eine unterschiedliche Qualität haben, kann es in Einzelfällen auch sinnvoll sein, bei deinen behandelnden Ärzten einen Ausdruck aus der Patientenakte anzufordern.
Die Daten gehören laut Gesetz/BGB und auch BGH-Urteil dir, und du kannst daher jederzeit eine Abschrift verlangen. Wir stellen dir gerne passende Vorlagen zur Verfügung — sprich uns einfach an.
Auf diese Weise bekommst du einen optimalen Überblick und es werden nicht aus Versehen Krankenbesuche vergessen — fünf Jahre sind schließlich eine lange Zeit.
Wir helfen dir dabei, die Daten richtig aufzubereiten. Diese sollten teilweise durch Eigenerklärungen ergänzt werden, damit der Risikoprüfer sich ein gutes Bild machen und ein Votum abgeben kann. Wir sind also deine qualifizierten „Antragsübersetzer" und helfen dir dabei, dass du bei den Gesundheitsfragen alle wichtigen Details berücksichtigst.
Nur so wird dein Antrag / Vertrag wasserdicht und du brauchst dir im Leistungsfall keine Sorgen zu machen, dass der Versicherer die Leistung wegen Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht verweigert. Das ist in der Gruppe der 17–35-Jährigen übrigens der Hauptgrund: Fast jeder zweite Leistungsantrag wird wegen Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht abgelehnt.
Zahle nicht umsonst Versicherungsprämien. Mach es besser und überlasse es bei einem so wichtigen finanziellen Schutz nicht dem Zufall.
Sektion 13 · Zusammenfassung
Unser Fazit zur Berufsunfähigkeitsversicherung
Die Berufsunfähigkeitsversicherung sollte schließlich unter anderem über kundenfreundliche Bedingungen, gute Unternehmenskennzahlen, ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und eine nachhaltige Prämienkalkulation verfügen. Dazu passen die Antragsfragen idealerweise noch gut zu deiner Gesundheitshistorie.
Du musst all diese Punkte zum Glück nicht allein berücksichtigen. Es gibt Versicherungsmakler, die dich unabhängig beraten und die sich, genau wie wir, auf das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung spezialisiert haben.
So findest du ohne großen Aufwand das optimale Produkt und vermeidest teure und folgenschwere Fehler. Es entstehen hierdurch zudem nicht mal Zusatzkosten.
Die Prämie zur Berufsunfähigkeitsversicherung ist bei einem qualifizierten Berater, bei Check24 oder anderen Vergleichsportalen immer gleich hoch, aber die Qualität der Beratung unterscheidet sich oft erheblich.
Wenn du dich schon um diese wichtige Absicherung kümmerst und Zeit und Geld investierst, dann hast du es auch verdient, eine wirklich gute und verlässliche Lösung zu bekommen.
Bei Fragen oder wenn du dir hierbei Unterstützung wünschst, dann sprich uns einfach an — wir helfen dir, eine optimale Lösung zu finden.
Antworten auf die Fragen, die unsere Mandanten am häufigsten stellen — bevor sie sich einen Termin holen.
Wann zahlt die Berufsunfähigkeitsversicherung?
Die BU-Versicherung zahlt die vereinbarte monatliche Rente, wenn du aus gesundheitlichen Gründen für mindestens sechs Monate nur noch die Hälfte deiner Arbeit erledigen kannst. Maßgeblich ist immer dein zuletzt konkret ausgeübter Beruf — nicht eine theoretisch noch mögliche Tätigkeit.
Wie hoch sollte die Berufsunfähigkeitsrente sein?
Pauschalformeln wie „70 % des Nettoeinkommens" helfen selten. Maßgeblich ist deine persönliche Einnahmen-Überschuss-Rechnung. Die BU-Rente muss laufende Kosten decken und zusätzlich Spielraum für private Altersvorsorge lassen, da die gesetzliche Altersrente bei Erwerbsminderung deutlich sinkt.
Worin unterscheidet sich die BU von der gesetzlichen Erwerbsminderungsrente?
Die private BU schaut auf deinen konkret zuletzt ausgeübten Beruf. Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente schaut auf den allgemeinen Arbeitsmarkt — du kannst also als Akademiker auf jeden beliebigen anderen Beruf verwiesen werden. Die durchschnittliche EU-Rente im Rentenzugang 2024 lag bei rund 1.041 € brutto monatlich.
Warum sind die Gesundheitsfragen so wichtig?
Falsche oder unvollständige Angaben können dich im Leistungsfall den Versicherungsschutz kosten (§ 19 VVG). In der Altersgruppe 17–35 ist die Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht mit knapp 47 % der Hauptgrund für Leistungsablehnungen. Daher: Behandlungsdaten der letzten fünf Jahre bei der GKV anfordern, alles wahrheitsgemäß angeben, anonyme Risikovoranfrage stellen.
Was ist eine Risikovoranfrage?
Eine anonyme Anfrage an den Versicherer, in der du die Gesundheitsdaten offenlegst, bevor du einen formellen Antrag stellst. So weißt du im Vorfeld, zu welchen Konditionen Versicherungsschutz möglich ist — und landest nicht in der HIS-Datei, falls die Antwort ungünstig ausfällt.
Ist eine BU über einen Makler teurer als bei Check24?
Nein. Die Prämie ist bei einem qualifizierten Makler, bei Check24 oder anderen Vergleichsportalen immer gleich hoch. Die Qualität der Beratung — insbesondere bei der Aufarbeitung der Gesundheitshistorie und der Auswahl des passenden Versicherers — unterscheidet sich allerdings erheblich.
Diese Inhalte bieten allgemeine Information und ersetzen keine individuelle Beratung. Für deine konkrete Situation: 45-Min-Gespräch sichern.
Seit über 20 Jahren auf Berufsunfähigkeit, Altersvorsorge und Honorarberatung spezialisiert. Inhabergeführter Versicherungsmakler nach §34d GewO und Honorar-Finanzanlagenberater nach §34h GewO, eingetragen im Vermittlerregister der IHK. Sitz in Bochum, Mandate bundesweit.