Berufsunfähigkeitsversicherung - ist diese überhaupt sinnvoll?

Die meisten Menschen wissen, dass sie eine private Berufsunfähigkeitsversicherung haben sollten, da dies immer wieder unisono von den Verbraucherzentralen und den verschiedenen Medien empfohlen wird.

Viele wissen aber nicht genau wieso. Und andere wissen zwar um die Wichtigkeit, aber sind unsicher wie die passende Rentenhöhe ermittelt wird oder worauf es bei einem guten Tarif wirklich ankommt.

Hier erhalten sie das benötigte Hintergrundwissen und erfahren, wie sie die typischen Fehler vermeiden.

Wird ernsthaft jeder 4. berufsunfähig?

Meist wird bei dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung gleich die Statistik angeführt, dass jeder 4. oder 5. Arbeitnehmer im Laufe seines Lebens mindestens einmal oder dauerhaft berufsunfähig wird.

Wie bei jeder Statistik lohnt es sich aber genauer hinzuschauen und dann erkennen sie, dass hierbei natürlich die körperlichen Berufe wie Pfleger, Einzelhandelskaufleute, Handwerker etc. und auch einige Beamtengruppen besonders stark betroffen sind und so die Statistik verzerren.

Die meisten unserer Kunden sind aber Akademiker und in kaufmännischen Berufen tätig.

Hier fällt die Quote mit ca. 12 % im Schnitt deutlich geringer aus. Die voraussichtliche Eintrittswahrscheinlichkeit hängt neben dem konkret ausgeübten Beruf, aber auch von Faktoren wie BMI, Gesundheitshistorie, Familienstand, Raucherstatus, Hobbys und Alkoholkonsum ab.

Das Tool gibt ihnen hier einen ganz guten Überblick.

Also kein Grund zur Panik?

Definitiv kein Grund zur Panik, aber schon ein Grund zu handeln, denn die finanziellen Auswirkungen einer Berufsunfähigkeit sind einfach enorm.

Immerhin erzielen sie mit ihrer Arbeitskraft ihr Einkommen und mit ihrem Einkommen wiederum finanzieren sie ihren kompletten Lebensunterhalt und den ihrer Familie, sofern vorhanden.

Der Wert der eigenen Arbeitskraft wird daher oft völlig unterschätzt. Allein schon bei einer 30-jährigen Person mit einem Einkommen von 45.000 € p.a beträgt der Wert Ihrer Arbeitskraft bis zum 67. Lebensjahr 1.665.000 €.

Hierbei sind zukünftige Gehaltssteigerungen nicht mal berücksichtigt.

Wert der Arbeitskraft im Verhaltnis zum Vermögen BU

Sie können die Abhängigkeit vom Gehalt ganz eindrucksvoll auf ihrem Konto erkennen. In der Regel haben sie genau einen einzigen Zahlungseingang zu verbuchen – ihr Gehalt.

Dem gegenüber stehen aber zahlreiche Abbuchungen wie Miete, Finanzierungskosten, Tanken, Versicherungen, KFZ-Steuer, Essen, Kinderbetreuungskosten (Schule / Kindergarten), Sparbeiträge, Hobbys, Kleidung, Freizeit, Urlaub, Strom, Gas u.v.m.

Wenn der eine Zahlungseingang nun wegfällt oder sich halbiert, sind die meisten Menschen in kürzester Zeit verschuldet. Viele denken zwar im ersten Moment, dass sie sich dann einfach kleiner setzen und ihren Lebensstandard reduzieren können.

Wenn sie aber genauer darüber nachdenken, merken sie schnell, dass das in der Realität gar nicht so einfach und vor allem so kurzfristig umzusetzen ist.

Die größeren Zahlungsverpflichtungen sind nämlich meist mit einer längeren Vertragslaufzeit verbunden. Zum Beispiel ein Leasing- oder Finanzierungsvertrag für das Auto, die Immobilienfinanzierung, Versicherungskosten, Handytarife, Kinderbetreuungszeiten etc.

Einige Kosten lassen sich zudem gar nicht so einfach halbieren. Wenn sie zwei Kinder haben, werden sie zukünftig kaum in eine 2,5 Zimmer Wohnung ziehen wollen. Und auch Nahrungskosten lassen sich als Familie zwar optimieren, aber kaum halbieren.

Das ist auch einer der Gründe, warum die Höhe der versicherten BU-Rente nicht zu niedrig angesetzt werden sollte.

Welche Höhe sollte die Berufsunfähigkeitsrente haben?

Das hängt von so vielen Variablen ab, dass eine pauschale Aussage wie 70 % des Nettoarbeitslohns viel zu kurz greifen würde. Wenn sie zum Beispiel 4.000 € Netto verdienen, aber nur 1.900 € Fixkosten im Monat haben, warum sollten sie 70 % Ihres Einkommens über eine Berufsunfähigkeitsversicherung absichern?

Wenn hingegen durch Familie, Immobilieneigentum oder andere Zahlungsverpflichtungen am Ende des Monats kein finanzieller Spielraum mehr besteht, dann lohnt es sich über eine hohe Berufsunfähigkeitsrente nachzudenken.

Es geht am daher immer um eine persönliche Einnahmen-Überschuss-Rechnung und eine individuelle Betrachtung ihrer Situation.

Bitte bedenken sie bei der Bestimmung der richtigen Rentenhöhe aber auch, dass eine Erwerbsminderungsrente / Berufsunfähigkeit zu einer deutlichen Reduzierung ihrer gesetzlichen Altersrentenansprüche führt, da sie ja jetzt keinen Beitrag mehr in die gesetzliche Rentenversicherung zahlen.

Im Falle eine Berufsunfähigkeit sollten sie daher auch einen erhöhten Betrag für die private Altersvorsorge mit einplanen, um diese zusätzlich entstehende Rentenlücke schließen zu können.

Ansonsten sind sie zwar erst ein ganz gut situierter Berufsunfähigkeits-Rentner, aber später ein armer Altersrentner.

Die Berufsunfähigkeitsrente + Erwerbsminderungsrente im Leistungsfall vor Renteneintritt
Warum eine Berufsunfähigkeit auch massive Auswirkungen auf die Altersrente hat - nach Renteneintritt

Denn die gesetzliche Altersrente erhalten sie, vereinfacht gesagt, nur in der ausgewiesenen Höhe, wenn sie bis zum 67. Lebensjahr weiterarbeiten würden.

Wenn sie unterwegs aber Erwerbsminderungsrente beziehen, so wird diese später nur in eine Altersrente umgewandelt. Die bereits vorhandene Altersvorsorgelücke steigt also weiter an.

Die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente beträgt in Deutschland übrigens gerade einmal 773 € monatlich (laut Statistik DRV 31.12.2016).

Dieses Video beschreibt das Thema Berufsunfähigkeitsversicherung ebenfalls ganz gut.

Was kostet eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU)?

Die Beiträge zur Berufsunfähigkeitsversicherung variieren stark und sind vom Alter, vom ausgeübten Beruf, von der Rentenhöhe, der Leistungsdauer, der eingeschlossenen Leistungsoptionen und der Bedingungsqualität des Anbieters abhängig.

Aus diesem Grunde lässt sich keine allgemein gültige Aussage treffen. Einigen Kunden erscheint die Prämie zur Berufsunfähigkeitsversicherung im ersten Moment dennoch eher hoch, allerdings lohnt es sich dann nochmal die Leistungsseite dagegen zu stellen.

Das maximale finanzielle Risiko des Versicherers (Abschluss BU und direkt Leistungsfall bis zum Ende der Leistungsdauer) ist einfach sehr hoch. Bei einem 30-jährigen mit einer monatlichen Berufsunfähigkeitsrente von 2.000 € mtl. und einer Leistungsdauer bis Endalter 67 sprechen wir immerhin von einer Gesamtsumme von 888.000 €, und zwar ohne Berücksichtigung irgendwelche Rentensteigerungen.

Und es gibt noch einen zweiten Grund:

Die Höhe der Versicherungsprämie spiegelt immer auch die Höhe der Eintrittswahrscheinlichkeit wider.

Die statistische Chance, dass es zu einem Leistungsfall kommt, ist hoch. Die Summe, die im Leistungsfall ausgezahlt wird, ist ebenfalls hoch. Wenn sie dies im Blick haben, verstehen sie, warum eine BU-Prämien nicht bei 25 € im Monat liegen kann.

Und sehr wahrscheinlich wird es ihnen recht leicht fallen bei vollem Gehalt 100 € mtl. als Worst-Case-Prämie zu bezahlen, wohingegen es sehr schmerzlich ist im Leistungsfall von 2.500 € Nettoeinkommen auf 1.200 € monatliches Bruttoeinkommen herunterzufallen.

Ihre individuelle Prämie zur Berufsunfähigkeitsversicherung können sie bei uns bequem online berechnen.

Testberichte, Ratings und welche Bedingungen wirklich sinnvoll sind

Es gibt leider zahlreiche Rating-Siegel, welche in unseren Augen kaum Aussagekraft besitzen, da ca. 90 % des Marktes die Höchstnote von FFF bei Franke & Bornberg oder 5 Sterne bei Morgen und Morgen aufweisen.

Aber auch die Testberichte von Stiftung Warentest und Ökotest haben in der Vergangenheit zahlreiche Schwächen aufgewiesen. Durch einen spezialisierten und kompetenten Versicherungsmakler erhalten  sie hingegen einen kompletten Marktüberblick und sehen, welche Anbieter vom Preis-Leistungs-Verhältnis wirklich interessant sind.

Der Preis ist eben nur ein Entscheidungskriterium und besitzt ohne eine kompetente Überprüfung der Bedingungsqualität und deren Rechtssicherheit keine Aussagekraft.

Entscheidend ist das Preis-Leistungs-Verhältnis und ein passgenauer Schutz. Ein Profi hilft ihnen die für sie wichtigen Klauseln zu erkennen und deren Auswirkungen zu verstehen.

Einige dieser Klauseln sind schließlich für den einen hochinteressant und für den anderen eher zweitrangig. Für jemanden, der viel mit dem Auto unterwegs ist, kann zum Beispiel die Mitversicherung von vorsätzlichen Verkehrsdelikten ein entscheidendes Kriterium sein, aber nur knapp 5 % der Tarife am Markt können das leisten.

Für Selbstständige und Beamte sind bestimmte Klauseln von Vorteil, welche dem Angestellten hingegen keinen Mehrwert bieten. Es lässt sich zwar immer eine generelle Aussage über die Bedingungsqualität von einzelnen Gesellschaften treffen, aber ohne Betrachtung Ihrer individuellen Situation kann diese Verallgemeinerung dennoch zu einem für sie unpassenden Produkt führen.

Eine passende Berufsunfähigkeitsversicherung zu finden, ist daher kein Kinderspiel, aber mit den richtigen Fragen und einer professionellen Beratung können maßgeschneiderte Lösungen gefunden werden.

Sie erkennen dann, worauf es für sie wirklich ankommt und welche Fehler es bei der Antragsstellung unbedingt zu vermeiden gilt.

Weiterführende Artikel zur Berufsunfähigkeitsversicherung:

Das eine Berufsunfähigkeitsversicherung zu den wichtigsten Versicherungen überhaupt gehört, können sie zum Beispiel auch bei Finanztest, Focus und den Verbraucherzentralen nachlesen.

Wenn sie zu dem Thema Berufsunfähigkeitsversicherung optimal beraten werden möchten, dann sprechen sie uns gerne an.
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